Casa Tatu – Kulturzentrum der Mbya-Guaraní, Brasilien
Die Ausgangslage 2005, Porto Alegre. Studienaufenthalt an der UFRGS. Wir sollten Lösungsvorschläge entwickeln, wie die brasilianische Regierung auf die Wohnungsproblematik der indigenen Bevölkerung reagieren kann. Bausätze für Fertighäuser – das war die Aufgabe.
Ich hatte schnell das Gefühl, dass das die falsche Antwort auf die falsche Frage war.
Die Lösung In einem partizipativen Prozess mit Dorfbewohnern, Anthropologen und brasilianischen Architekten entstand das Casa Tatu – ein Kulturzentrum, das die traditionelle Formensprache der Mbya-Guaraní in eine leichte Holzkonstruktion mit Stroh-Dach übersetzt.
Das Gürteltier (Tatu) – heiliges Tier der Guaraní, Hüter der Erde – gab dem Gebäude seine Form und seinen Namen. Die Tradition des Mutirão – des gemeinschaftlichen Bauens – wurde wieder aufgegriffen.
Was ich gelernt habe Wer nachhaltig bauen will, muss zuerst fragen, wie die Menschen dort leben wollen. Nicht: Was können wir ihnen bringen.