Haltung & Konzept

Einfach. Bauen.

 

Die drei Kernprinzipien

Biologisch und zirkulär Natürliche, nachwachsende Baustoffe – Holz, Stroh, Hanf, Lehm & Kalk – bilden die Hülle. Rückbaufähig. Kompostierbar. Ohne Entsorgungsbelastung für künftige Generationen. Die graue Energie der Produktion bleibt minimal.

Aktiv und Low-Tech Bewohner dürfen eingreifen – in Beschattung, Belüftung, Temperierung. Nicht als Notlösung, sondern als bewusste Entscheidung: das Haus zu bewohnen, nicht zu verwalten. Keine wartungsanfälligen High-Tech-Systeme, sondern einfache Details, die Jahrzehnte halten.

Low Tech – High Effect.

Sozial und gemeinschaftlich Partizipative Planung und gemeinschaftliches Bauen schaffen Reallabore für zukunftsfähiges Wohnen. Das Feuer als sozialer Mittelpunkt – wo es passt – schürt Behaglichkeit und den schöpferischen Bezug zum eigenen Haus.


Die Materialien

Ich arbeite seit über 20 Jahren mit denselben Grundstoffen – nicht weil es keine Alternativen gibt, sondern weil sie überzeugen:

Holz Tragender Werkstoff und nachwachsender Rohstoff in einem. Regional verfügbar, gut kalkulierbar, in Vorfertigung und Massivbauweise einsetzbar. Holz ist das Rückgrat der meisten meiner Konstruktionen.

Stroh Das unterschätzte Dämmmaterial. Baustroh erreicht Dämmwerte, die mit Hochleistungsprodukten vergleichbar sind – bei minimalem grauem Energieaufwand und vollständiger Kompostierbarkeit. Seit dem Jahr 2000 mein wichtigstes Dämmaterial. Heute mit allgemeiner Zulassung.

Hanf Hanfdämmung und Hanfbeton kombinieren gute Dämmwirkung mit hygrischen Eigenschaften ähnlich wie Lehm. Besonders interessant für Sanierungen und hybride Konstruktionen. Ich experimentiere seit den frühen 2000er Jahren mit diesem Material.

Lehm & Kalk Die ältesten Baustoffe der Welt – und die robustesten. Lehm reguliert Feuchte und Raumklima passiv, Kalk wirkt alkalisch und schützt vor Schimmel. Beide sind rückbaubar, recyclebar und regional verfügbar. In meinen Projekten fast immer als Putz, häufig auch als Ausfachung oder Stampflehmwand.


Warum das heute relevanter ist denn je

Was 2002 eine studentische These war, steht heute im Zentrum der europäischen Baupolitik: Embodied Carbon, Kreislaufwirtschaft, biobasierte Baustoffe, Lebenszyklusbetrachtung, Klimaresilienz.

Das Bio-Aktiv-Haus hat diese Debatte nicht ausgelöst. Aber es hat sie – in seinem kleinen Rahmen – vorweggedacht.

Und es zeigt heute, was damals wie ein Gegenkonzept klang: Gebäude, die einfach gebaut sind, funktionieren auch dann noch, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern. Nicht weil sie hochgerüstet sind – sondern weil sie robust sind.

Das ist kein Rückblick. Es ist eine Bestätigung.

Mehr zu meinen Projekten, die auf diesem Prinzip basieren


Das Bio-Aktiv-Haus – ein Konzept, das seiner Zeit voraus war

2002 saßen wir in einem Seminar an der HS Karlsruhe und stellten eine unbequeme Frage:

Das Passivhaus gilt als Ideal des nachhaltigen Bauens. Es optimiert den Energieverbrauch im Betrieb – konsequent, messbar, zertifizierbar. Aber was ist mit der Energie, die für die Herstellung der Materialien aufgewendet wird? Mit dem CO₂-Rucksack einer 30 cm dicken Styropordämmung? Mit der Haustechnik, die gewartet, ersetzt, entsorgt werden muss? Mit dem Gebäude, das am Ende seiner Nutzungszeit keinen anderen Weg kennt als die Deponie?

Das Passivhaus rechnet einen Bruchteil der ökologischen Wahrheit.

Gemeinsam mit meinem Kommilitonen Samuel Finkbeiner entwickelte ich unter Prof. Dr.-Ing. Gerhard Loeschcke einen Gegenentwurf: das Bio-Aktiv-Haus.